USA

Als Erstes ist festzuhalten, dass die USA ohne Hanf wahrscheinlich erst viel später entdeckt worden wäre. Christoph Columbus hätte 1492 ohne Hanf nämlich niemals Amerika entdecken können: Alle Segel waren aus Hanf, ebenso die Taue, die Kleidung der Seeleute und alle Karten. Wären zum Beispiel die Segel aus Baumwolle gewesen, so hätte sich diese durch die Nässe und den starken Wind aufgelöst. Dass einzige Tuch, das sich den Witterungseinflüssen auf hoher See stellen konnte, waren Segeltücher aus Hanf. Natürlich brachte er durch die Entdeckung auch Hanf nach Amerika mit. Er beschenkte die Indianer mit Hanfsamenkörner und Kleidung aus Hanffasern.

Hanf wurde nun in Amerika immer beliebter. Es wurde während der Amerikanischen Revolution der Hanfanbau gefördert. 1762 gab es in Virginia sogar eine Strafandrohung, wenn die Farmer keinen Hanf anbauten. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts, nach Beendigung des Bürgerkrieges, sank wie schon in Europa die Nachfrage nach Hanf stark. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Hanfanbau vor allem in New Orleans wieder entdeckt. Landarbeiter verwendeten bzw. rauchten Cannabis als Ersatz für Alkohol.

Da 1920 der Alkoholgenuss in Amerika verboten wurde, stieg die Popularität des Hanfs extrem. 10 Jahre später folgte aber wieder die Wende: Harry Anslinger wurde Vorsitzender der U. S. Narcotics Bureau, das 1930 geschaffen wurde. Anslinger widmete sein Leben dem Kampf gegen Drogen, vor allem Cannabis. Er veranstalte große Medienkampagnen gegen den Hanf-Genuss.

Als Folge seiner Politik wurde Ende der Dreißiger Cannabis in 46 der damals 48 Staaten gesetzlich verboten. Die Droge wurde sogar von der Liste der amerikanischen Pharmazeutika gestrichen und knapp 30 freiverkäufliche Cannabis-Präparate wurden vom Markt genommen.
Doch aufgrund des Konsums in verschiedenen Künstlerkreisen hatte das Interesse an der Droge Mitte des 20. Jahrhunderts zugenommen. Der Automobilpionier Henry Ford entwickelte 1941 sogar ein „Hanfmobil“ – das Auto wurde komplett aus Hanf hergestellt (Hanf-Kunststoffe für die Karosserie usw.) und sogar der Treibstoff wurde aus Hanf gezeugt. Ford hob vor allem die im Vergleich zu benzinbetriebenen Autos überaus günstige CO2-Bilanz hervor.

Während des 2. Weltkrieges wurde der Marihuanakonsum wieder legalisiert. Der Hanf sollte das Defizit an Nahrung und Fasern ausgleichen. Es wurde sogar ein Propagandafilm unter dem Titel „Hemp for Victory“ produziert. Besonders interessant ist, dass man zu dieser Zeit vom Grundwehrdienst befreit wurde, wenn man Hanf anbaut.
Doch auf Bemühen von Harry Anslinger wurde 1961 die „Uniform Drug Convention“ zwischen 60 Nationen abgeschlossen. Darin wurden die Mitglieder verpflichtet, innerhalb von 25 Jahren die Cannabisverwendung zu beenden. Der Gebrauch von Cannabis wurde schon bei kleinsten Mengen bestraft. 1975 wurden 450.000 Menschen in den USA festgenommen. Ende der 70iger wurden erste Versuche in Richtung Entkriminalisierung gestartet. Die Legalisierung des Cannabis wurde in vielen Staaten, wie z. Bsp. Alaska, Kalifornien, Colorado wieder eingeführt.

 

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